Jakob Schlenker-Grusen (1855–1913)
Uhrmacher, Unternehmer, Schwenninger. Jakob Schlenker wurde 1855 geboren und lernte sein Handwerk als Werkmeister bei der Württembergischen Uhrenfabrik. Seine lockigen Haare brachten ihm liebevoll den Beinamen „Grusen“ ein, der bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden ist.
1888 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete in Schwenningen eine kleine Uhrenfabrik. Mit zwei Mitarbeitern und zwei Lehrlingen fertigte er Pendelfedern und Wächterkontrolluhren, präzise Geräte, mit denen Nachtwächter ihre Rundgänge dokumentierten. Schon 1892 wurde seine Wächterkontrolluhr patentiert, im selben Jahr trat sein Sohn Alfred Eugen Schlenker als Lehrling in den Betrieb ein.
Jakob Schlenker-Grusen war seiner Zeit voraus, nicht nur technisch. 1904 richtete er für die Beschäftigten seiner Fabrik eine eigene Krankenkasse ein, lange bevor soziale Absicherung selbstverständlich war. 1905 baute er sein Wohnhaus in der Oberdorfstraße 16, direkt neben der Fabrik. Das liebevoll erhaltene Gebäude wurde 1993 mit dem Denkmalschutzpreis des Schwäbischen Heimatbundes ausgezeichnet.
Er starb 1913 im Alter von 58 Jahren. Seine Familie führte sein Lebenswerk weiter, aus dem später die Marke ISGUS hervorging. Was blieb, ist mehr als ein Unternehmen: der Mut, Neues zu wagen, die Verbundenheit mit der Region und das Gespür für Verantwortung gegenüber den Menschen. Daran knüpft die Stiftung an, die seinen Namen trägt.
„Was wir stiften, soll länger wirken als wir selbst.“